Teil 3 - Wie meine Darmbakterien in meinem Gehirn Pizza bestellen

Was sie können im Gehirn Pizza bestellen? Wie machen sie das?

Sie schaffen Wege um an ihren Lieblingsstoff heranzukommen. Das heisst, wir reagieren je nachdem, was das Bakterium braucht.

Wenn wir uns gut ernähren und mit nährstoff- und ballaststoffreicher Kost die guten Darmbakterien (Bifido- und Laktobazillen) in uns anreichern, dann können die wiederum Stoffe produzieren, die sich im Gehirn an bestimmte Rezeptoren binden und das löst in uns was aus, wie einen Endorphinausstoss*, d.h die Bakterien sind in der Lage uns zu konditionieren.

Schlechte Bakterien wiederum «bestellen» bei uns weiterhin die schlechten Nahrungsmittel.

 * Endorphin gehört zu den Glückshormonen. Es sorgt für eine positive Stimmung und reduziert die Schmerzempfindung. Anders gesagt: Es ist eine körpereigene Droge, die für ein "High" sorgt.

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Ich bin nicht allein, während ich das lese, planen meine Darmbakterien meine Zukunft!

Billionen von Bakterien, Tausende von Arten entscheiden über deine Stimmung. Deine Ernährung prägt die Darmflora und somit auch das Verhalten und unsere Stimmung. 

Ob Gesund/krank, dick/dünn, gut gelaunt/depressiv, mutig/ängstlich die Bakterien sind einer der wichtigsten Schlüsselfaktoren.  

Bakterien steuern über die Bauch-Hirn Achse unsere Gefühle und Gelüste.


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90% der Kommunikation kommt via Vagusnerv vom Darm ins Gehirn und nur 10% vom Gehirn in den Darm. Und wichtig in dieser Kommunikation sind die Darmbakterien. Sie sind jedoch voll und ganz darauf angewiesen, dass wir sie gut ernähren. Und wie ernähren wir uns oft? Nach unseren Gelüsten.

Wenn wir also viele schlechte Darmbakterien haben, verlangen sie auch nach ungesundem Essen. Das was kommt, essen dann auch die guten Darmbakterien, sie drücken gegen die Zellen, die Stimmung ist im Keller, der Darm wird löchrig.

Deshalb sollte sich jeder bewusst sein: Wir haben die Verantwortung für Billionen von Bakterien und diese ernähren wir am Besten mit Ballaststoffen (auch Nahrungsfasern genannt). Weitere Informationen dazu gibt es in Teil 7 «So wirst du zum 5-Sterne Hotel für die guten Darmbakterien».

Ballaststoffreiche Nahrung ist ein Festmahl für die guten Darmbakterien, sie können diese fermentieren und machen kurzkettige Fettsäuren daraus. Die kurzkettige Fettsäure Butyrat beispielsweise kann dann durch die Hirnbarriere passieren und ins Gehirn gelangen, wo sie als natürliches Antidepressivum wirkt. Und genau das bestimmt deine Stimmung.

 

Vorschau auf den 4. Teil:

Manche Darmbakterien versuchen, unseren Organismus vor Notzeiten zu schützen, indem sie den Körper dahingehend manipulieren, in Zeiten des Überflusses möglichst viel Fett in den Zellen einzulagern. Teil 4 erzählt von guten und schlechten Darmbakterien/Kostverwertern bzw. Schlankmacher und Dickmacherbakterien.